Die Geschichte des Sumi-e: von den Zen-Mönchen zu Sesshū und bis heute

Die Geschichte des Sumi-e: von den Zen-Mönchen zu Sesshū und bis heute

In China entstanden, von Zen-Mönchen nach Japan gebracht und von Sesshū unsterblich gemacht: die Geschichte der japanischen Tuschemalerei in Kürze.

Das Sumi-e, das wir heute kennen, ist das Ergebnis von fast tausend Jahren Geschichte, zwischen China und Japan, Klöstern und Palästen, Meistern und Schulen. Hier die wichtigsten Stationen.

Chinesische Wurzeln

Die einfarbige Tuschemalerei entstand in China und entwickelte sich vor allem während der Tang-Dynastie (7.–10. Jahrhundert) und der Song-Dynastie (10.–13. Jahrhundert). Chinesische Maler, oft Gelehrte und Beamte, nutzten dieselben Werkzeuge wie die Kalligrafie, Pinsel, Tusche, Stein und Papier, um weite Landschaften, nebelverhangene Berge, Bambus und Blumen zu malen.

Für sie war Malen kein Handwerk: Es war ein Weg, den Geist zu pflegen, wie Dichtung und Kalligrafie.

Die Ankunft in Japan mit den Zen-Mönchen

Zwischen dem Ende der Kamakura-Zeit (1185–1333) und der Muromachi-Zeit (1336–1573) gelangte die Tuschemalerei vor allem durch buddhistische Zen-Mönche nach Japan, die nach China reisten und mit Bildern, Büchern und neuen Techniken zurückkehrten.

In den Zen-Klöstern wurde die Malerei zu einer spirituellen Praxis. Die Bilder dienten nicht als heilige Bilder zur Verehrung: Sie waren ein Ausdruck eines Geisteszustands, der Konzentration und Freiheit, die durch Meditation erreicht werden. Die Schnelligkeit und Einfachheit der Geste passten perfekt zum Zen-Geist.

Shūbun und die Landschaftsmalerei

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts trug der Mönch und Maler Tenshō Shūbun dazu bei, die japanische Tuschelandschaft zu prägen: Berge, Bäume und kleine Hütten in weiten leeren Räumen.

Sesshū Tōyō, der große Meister

Der wichtigste Name in der Geschichte des Sumi-e ist Sesshū Tōyō (1420–1506), Zen-Mönch und Erbe der Tradition Shūbuns. Nach einer Reise nach China kehrte Sesshū mit einer ausgereiften, sehr persönlichen Technik nach Japan zurück: kräftige, manchmal fast heftige Striche, kühne Kompositionen, große Intensität.

Sesshū gilt als Vater des japanischen Stils der Tuschemalerei, und mehrere seiner Werke sind heute in Japan als Nationalschätze eingestuft. Seine berühmte Landschaft im Stil der „gespritzten Tusche“ (*haboku*), aus wenigen Tuscheflecken, ist bis heute ein Vorbild an Freiheit und Verdichtung.

Schulen und Verbreitung

Nach Sesshū verbreitete sich die Tuschemalerei in den Provinzen, und wichtige Schulen entstanden, etwa die Kanō-Schule, die die offizielle japanische Malerei über Jahrhunderte prägte. In der Edo-Zeit entdeckten die Literatenmaler (*bunjin*) die freiere, poetischere chinesische Malerei mit ihren klassischen Motiven wieder: Bambus, Orchidee, Pflaume und Chrysantheme (Sie finden sie in Die vier Edlen).

Sumi-e im Westen

Ab Ende des 19. Jahrhunderts faszinierte die japanische Kunst europäische Künstler: Es war die Zeit des *Japonismus*, der Impressionisten und Postimpressionisten beeinflusste. Im 20. Jahrhundert wurde Sumi-e auch als meditative Praxis entdeckt, und heute gibt es weltweit, auch in Italien, Kurse und Workshops, die Malerei und Meditation verbinden.

Sumi-e heute

Das zeitgenössische Sumi-e lebt neben der Tradition: Die klassischen Motive bleiben, doch jeder Maler bringt seine eigene Geschichte ein. In Teresas Bildern zum Beispiel begegnen Kiefer und rote Sonne der japanischen Tradition dem Licht Süditaliens.

Entdecken Sie unsere originalen Sumi-e-Bilder, oder kehren Sie zu den Grundlagen zurück mit Was ist Sumi-e.

Aus dem Italienischen übersetzt.

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