Die Geschichte der Suiseki: von China nach Japan und bis nach Italien

Die Geschichte der Suiseki: von China nach Japan und bis nach Italien

Von den Gelehrtensteinen Chinas über die Zen-Kultur Japans bis zu den Ausstellungen in Italien: über tausend Jahre Geschichte der Kunst der Steine.

Die Liebe zu Steinen, die „sprechen“, ist viel älter als das Wort *Suiseki*. Um ihre Geschichte zu verstehen, muss man in China beginnen, das Meer nach Japan überqueren und, viele Jahrhunderte später, in Europa und Italien ankommen.

Chinesische Ursprünge: die Gelehrtensteine

In China sammelten Beamte, Dichter und Maler schon vor über tausend Jahren Steine von außergewöhnlicher Form. Sie nannten sie *gongshi*, oft als „Gelehrtensteine“ übersetzt: Sie standen auf den Schreibtischen, neben Pinseln und Tusche, wie kleine Berge, die man beim Studium betrachtete.

Die berühmtesten chinesischen Steine waren oft hoch, durchbrochen, voller Höhlungen und Windungen. Sie stellten die heiligen Berge dar, Wohnsitz der Unsterblichen, und luden zur Meditation ein.

Die Ankunft in Japan

Mit dem kulturellen Austausch zwischen China und Japan, der ab dem 6. und 7. Jahrhundert zusammen mit der Verbreitung des Buddhismus zunahm, gelangten auch die Kunst der Miniaturlandschaft und die Wertschätzung der Steine nach Japan. Eine unter Liebhabern oft erzählte Überlieferung besagt, dass die ersten Steine als Geschenke an den Kaiserhof kamen.

Im Laufe der Jahrhunderte verwandelte der japanische Geschmack dieses Erbe. Statt der spektakulären, gequälten Formen der chinesischen Steine bevorzugten die Japaner zunehmend schlichtere, dunkle, stille Steine, in denen die Landschaft eher angedeutet als gezeigt wird. Es ist derselbe Geschmack, aus dem die Ästhetik des *Wabi-Sabi* hervorgehen sollte: die Schönheit einfacher, unvollkommener, von der Zeit gezeichneter Dinge.

Zen, Krieger und die Teezeremonie

Zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert, mit der Ausbreitung des Zen, fanden die Steine ihren Weg in Tempel und Samurai-Häuser. Man erzählt, dass einige Kaiser und Kriegsherren ihre Lieblingssteine bei sich trugen, und manche dieser historischen Steine mit ihren poetischen Namen werden in Japan bis heute aufbewahrt und verehrt.

In dieser Zeit entstand auch die Teezeremonie und verbreitete sich das Tokonoma, die Nische des japanischen Hauses, in der eine bemalte Rolle, eine Blume oder eben ein Stein ausgestellt wird. Hier beginnt die Verbindung zwischen Suiseki und Tuschemalerei: Oft „sprechen“ Stein und Bild im selben Raum miteinander. Mehr dazu in Was ist Sumi-e.

Von der Edo-Zeit bis heute

Während des langen Friedens der Edo-Zeit (1603–1868) verbreitete sich die Wertschätzung der Steine vom Adel zu den Kaufleuten und Gelehrten. Einige japanische Flüsse wurden für ihre Steine berühmt, die nach ihrem Herkunftsort benannt wurden.

Im 20. Jahrhundert organisierte sich Suiseki als eigenständige Kunst, mit Vereinen, Ausstellungen und gemeinsamen Regeln für Einteilung und Präsentation, oft zusammen mit der Welt des Bonsai.

Die Ankunft im Westen und in Italien

Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte das westliche Interesse an Japan das Bonsai und mit ihm das Suiseki nach Europa und in die USA. Es entstanden Bücher, Clubs und eigene Vereine.

In Italien wächst Suiseki vor allem innerhalb der Bonsai-Welt: Ausstellungen, Kongresse und lokale Vereine zeigen die Steine neben den Miniaturbäumen, und einige Veranstaltungen waren auch Gastgeber europäischer Suiseki-Treffen. Die wichtigsten Termine sammeln wir in Suiseki in Italien.

Eine Geschichte, die weitergeht

Jedes Suiseki trägt diese sehr lange Geschichte in sich, aber auch eine persönliche: den Moment, in dem jemand ihn unter tausend anderen Kieseln bemerkt hat. Unsere Steine stammen von den Stränden und Flüssen Kalabriens, und jeder hat seine eigene Geschichte, die Sie auf der Seite des jeweiligen Werks finden. Unsere Suiseki ansehen.

Aus dem Italienischen übersetzt.

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